Rechenschaftsbericht des Pfarrgemeinderates 1999

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Eine halbe Ewigkeit ist vorbei, wir schauen auf ein zu Ende gehendes Jahrtausend zurück. Ein Jahrtausend in dem sich die Welt so grundlegend verändert hat, grundlegend verändert wurde durch die Menschen. Ein Jahrtausend in dem sich auch die Menschen grundlegend verändert haben. So vermuten wir, das die Wertvorstellungen am Anfang des Jahrtausends mit den heutigen nicht viel zu Tun hatten, außer, ja außer die christlichen Werte. Diese Werte auch im neuen Jahrtausend aufrechtzuerhalten wird eine sehr schwierige Aufgabe, eine Herausforderung an jedem von uns. Ein Jeder kann und soll sich in die Gemeinde einbringen, denn, Gemeinde kommt von gemeinsam. Wir als Pfarrgemeinderat sehen unsere Aufgabe darin die vielen verschiedenen Engagements versuchen zu koordinieren und in eine Richtung zu lenken. Wir sollen aber auch, laut Satzung des PGR’s das Gemeindeleben analysieren und wo Handlungsbedarf besteht Strukturen schaffen. So sind viele Themen mit Inhalt zu füllen. Inwieweit dieser Inhalt geselligen Aktionen, Feste, Arbeitseinsätze oder auf der anderen Seite Gebet, Andacht, Meditation sein soll ist eine weitere schwierige Frage.

Ich denke wir hatten in diesem Jahr eine ausgewogene Mischung aus beidem. So war viel Möglichkeit zum Gebet bei den 60 Sonntagsgottesdiensten und 47 Werktaggottesdienste.
Vorige Weihnachten beschlossen wir einmal versuchsweise die Chirstmette auf den frühen Abend zu verlegen um der ganzen Familie die Möglichkeit zu geben gemeinsam in die Christmette zu gehen. Viele positive Stimmen wurde über diese Änderung laut aber auch Kritik. In diesem Jahr werden wir wieder zweimal Mette feiern einmal als Wortgottesdienst für die Kinder und um 22 Uhr dann eine richtige Christmette.

Der Aschermittwoch , wie gewohnt mit Aschenkreuze zur Erinnerung an die Sterblichkeit des Menschen. In der Fastenzeit waren dann wieder 5 Bildungsabende abwechselnd in allen 5 Gemeinden einer.
Die Themen heuer:
Die Sakramente - Wirksame Zeichen unseres Glaubens
Taufe und Firmung Aufnahme und Bestärkung
Eucharistie und Communio - Danksagen und Gemeinschaft
Salbung und Versöhnung - Die Sakramente der Heilung
Dienst und Amt - Die Sakramente der Lebensstände
Gut vorbereitet feierten wir dann die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. Diesmal um 22.00 Uhr, wer also feierlich Osterfrühstück mit der Gemeinde halten wollte, musste heuer nach Maßbach.

Im liturgischen Jahreslauf kamen dann die Bittprozzesionen. So führte uns die Markusprozession nach Rothhausen. Die Bittprozession am Bittsonntag ließen wir diesmal ausfallen, weil wir ja an Christi-Himmelfahrt bei der Sternwallfahrt in Maßbach eingeladen waren.
„Stell Dir vor, Du stellst Dich vor und keiner stellt Dich ein!" unter diesem Motte stand der Jugendgottesdienst am 1. Mai, dem Tag der Arbeit.
Bei der Erstkommunion am 25.04.1999 gingen 7 Thundorfer Kinder erstmals zum Tisch des Herrn.
Die Fronleichnamsprossion hat auch heuer wieder gezeigt, dass die Gemeinde noch zusammenhelfen kann und wie schön es ist, wenn ein gemeinsames Werk entsteht zur Ehre Gottes.

Ein großer ökumenischer Geburtstagsgottesdienst stand am Pfingstmontag in Maßbach auf dem Programm. Man fühlte sich richtig als eine Kirche, auch wenn im Glaubensbekenntnis ein Wort noch etwas verschieden ist. Geburtstag hatte an diesem Tag nicht nur die Organisation Kirche sondern auch, wie sich herausstellte, Pfarrer Neunhöfer.
Am 11. Juli konnte man sämtliche fahrbare Untersätze nach dem Gottesdienst segnen lassen. Diese Gelegenheit nahmen auch viele wahr, so dass die Parkflächen am Kirchplatz alle besetzt waren.
Alle Register gezogen wurden beim Pfarrfestgottesdienst im Schloßpark. Das KIGO-Team, die Ministranten, die Blaskapelle alle versuchten das Motto des diesjährigen Pfarrfestes und des Gottesdienstes zu vermitteln: „Unser Vater im Himmel". An dieser Stelle möchten wir uns bei jeden bedanken der dazu beigetragen hat, dass das Pfarrfest gelungen ist und wir glauben es ist wieder gut gelungen.

Unsere Ortsfeiertage zum Laurentius- und Michelstag, die Friedhofsgänge an Allerheiligen gehören jedes Jahr, so auch heuer zum festen Bestandteil des Terminkalenders. Am Vorabend des 1. Advent schließlich eröffneten wir feierlich das heilige Jahr 2000.


Nun noch einige statistische Fakten:
1999 wurden in unserer Gemeinde 6 Kinder getauft, wie schon erwähnt hatten 7 Erstommunion, 11 wurden gefirmt. Es war keine einzige Trauung in unserer Kirche. 5 Gemeindemitglieder sind verstorben.
Bei 315 Sitzplätzen hatten wir mit durchschnittlich 197 Besuchern eine Auslastung von 62% (2 schlechteste in der PG). Mit 68 ehrenamtliche Mitarbeiter sind wir aber Spitzenreiter. Mit durchschnittlich 2,19 Gottesdienste pro Woche rangieren wir ebenfalls an der Spitze (2. MB mit 2,13).

1999 muß besonders eine Gruppe einmal lobend erwähnt werden. Unser neu gegründetes Kindergottesdienstteam. Mit Mut zu Neuem übernahmen einige Frauen am 27.Dezember 1998 die Familienandacht. Am 17. Januar folgte dann der erste Kindergottesdienst. So können Familien mit kleinen Kindern den Gottesdienst besuchen, die Kinder werden dann mit ihrer Kerze verabschiedet und ziehen in das Jugendheim wo sie parallel zur Sonntagsmesse einen Kindergottesdienst feiern. So ist die Kirche immer gut gefüllt wenn KiGo-dienst angesetzt ist, was mit zunehmender Häufigkeit der Fall ist. In den fast gleichen Händen liegt auch unsere wiederbelebte Pfarrbücherei, die mit ihren Öffnungszeiten am Sonntag nach dem 10 Uhr Gottesdienst und am Donnerstag von 16-17 Uhr regen Publikumsverkehr erfährt. Ein Highlight wurde uns auch am Christkönigsfest mit der Buchausstellung geboten, vor allem das richtig kuschelige Vorlesezimmer war ein super Idee. Vielen Dank für die geopferte Zeit und die aufgebrachte Geduld, ein Paradebeispiel für Thundorfs-ehrenamliche-Mitarbeiter, kurz TEAM.

Ein gutes Team sind auch unsere Ministranten. Die Teamstärke ist gewachsen um 4 auf 27 Mann, wobei allerdings jetzt zwei aufhören wollen. Damit stellen wir fast so viele Ministranten wie die anderen 4 Gemeinden zusammen in unserer Pfarreiengemeinschaft. Im abgelaufenen Jahr waren 21 Ministrantenstunden und natürlich zahlreiche andere Aktionen und Unternehmungen.
So ging es richtig weihnachtlich zu bei der Adventsfeier im vergangenen Jahr, sogar Plätzchen wurden selbst gebacken. Mit neu geschneiderten Outfit machten sich dann schließlich die Sternsinger am Dreikönigstag auf dem Weg um für die armen Kinder der Welt zu sammeln. Das traditionelle Klappern und die mittlerweile auch schon traditionellen Frühschichten an den Kartagen bildeten schon einen kleinen Höhepunkt im Ministrantenjahr, natürlich übertroffen vom großen Ausflug , heuer zum Holiday-Park nach Hassloch, mit zwei vollbesetzten Bussen aus unserer Pfarreiengemeinschaft.
Ein Zeltlager mit der Malteserjugend zusammen, ein Besuch der Eishalle, eine Wanderung nach Rothhausen zum Jugendkreuzweg in strömenden Regen waren einige weiteren Sachen die, die Minis heuer so anstellten. Besonders engagierten sie sich auch bei einigen Jugendgottesdiensten wie am 1. Mai und beim Pfarrfestgottesdienst.

Das zweite Standbein der kirchl. Jugendarbeit in Thundorf ist die Malteserjugend, die ja eine beträchtliche Mitgliederzahl aufweist und zahlreiche Aktionen auf die Beine stellt. So wurde der Wald von Müll beseitigt, ein perfekt organisiertes Zeltlager abgehalten usw. usw.... Höhepunkt jedoch war die Maltiade, eine Olympiade für Jungmalteser. Vom ganzen Bistum kamen junge Malteser und mußten die verschiedensten Aufgaben in und um Thundorf bewältigen. Sieger wurde schließlich die Jugendmaltesergruppe aus Würzburg-Stadt. In Erinnerung bleiben wird uns vor allen Dingen auch der feierliche Abschlußgottesdienst den eine Jugendband aus Schweinfurt gestaltete, sie verzauberte die Gottesdienstbesucher und riß die Leute förmlich von den Bänken mit „Put your hand in the hand".
Ohne Zweifel waren auch die „alten" Malteser maßgeblich am Gelingen vieler Aktionen der Jugendgruppe beteiligt, obwohl schon genug Arbeit mit dem Errichtenn des neuen Malteserheimes im neuen Feuerwehrhaus anfiel. Hier dürfen wir uns sicher im nächsten Jahr auf eine große Einweihungsfeier freuen.

Und natürlich gibt es da ja noch das Türmle, das sich auch zu den kirchlichen Jugendorganisationen zählt und sei es nur weil die Türmle-Leut in einem kirchlichen Gebäude untergebracht sind. Das Türmle steht für die freie Entfaltung der Jugendlichen. Hier wird gefeiert, Plattenparty gehalten aber auch gemeinsam geschafft, denn Arbeit fällt immer an im Türmle, ob das tapezieren ist oder die noch immer im Bau befindliche Toilette.

Wer aufmerksam den Pfarrbrief liest, dem wird aufgefallen sein, dass in fast Jedem ein Bericht über den Familienkreis zu finden war. Es gab auch immer viel zu berichten. Jeden Monat eine Aktivität, so hatte man sich vorgenommen. Und die Resonanz war überwältigend. Jede Familie kann mitmachen, wenn man beim nächsten mal nicht mehr will, ist auch keiner böse, das sind die Vorteile eines offenen Familienkreises. So wurde der Emausgang zur kleinen Völkerwanderung, das Grillen nach der Mainandacht am 13.5. zum halben Volksfest. Gut angenommen wurden auch die gemeinsamen Nachmittage mit Spaziergängen, Federweißen und viel Zeit für Spiele mit den Kindern. Besonders lobenswert war auch die Brotbackaktion am Erntedankfest. Der Erlös wurde für die Kirchenrenovierung gespendet. Dafür ein herzliches Dankeschön!
Intakte Ehen und Familien stehen in einer ständigen Wechselbeziehung mit ihrem Umfeld. Sie beziehen andere in ihr Schicksal ein und nehmen am Schicksal anderer teil, helfen Freuden und Leiden zu tragen, so daß der Vergleich mit dem Ofen zutrifft: Nur der Ofen erfüllt seine Funktion, der sich nicht nur selbst wärmt, sondern Wärme ausstrahlt.

Auch für die älteren Mitchristen wurde Gelegenheit geschaffen, Geselligkeit zu erleben, ein bißchen zu tratschen, dem Alltag einfach einige Stunden zu entrinnen. Im Fasching stand wieder der große Seniorennachmittag an, diesmal gestaltet von der Kolpingsfamilie. Die Kolping, derzeit nur mit einer provisorischen Vorstandschaft zeigte hier, dass sie durchaus noch da ist. Auch startete sie viele Hilfsaktionen z.B. für Rumänien und hielt ihr traditionelles Johannisfeuer wieder ab
Einer der vielen Höhepunkte in der Seniorenarbeit war die Feier zum 20-jährigem Bestehen der Seniorennachmittage. Pfarrer Schillhan hielt einen Festgottesdienst in dessen Anschluß ging es wie gewohnt zum Kaffeetrinken hoch in den Saal. Dort zeigte dann Bürgermeister Felix Braun seine Dias von der guten alten Zeit.
Am 18. Mai fuhren die Senioren dann auf den Volkersberg zu einem Besinnungstag und im September ging nach langen voraus-Überlegungen ein Ausflug nach Bamberg.
Ob die zahllosen Nachmittage, mit all den nötigen Vorbereitungen, ob Ausflüge oder auch der Besuchsdienst bei Geburtstagen und für Kranke, unser Ausschuß Seniorenarbeit zeigt großartiges Engagement.

Ein großes Dankeschön dem Küster, an die Verantwortlichen für den Kirchenschmuck, die Wäsche, an die Putzkräfte, dem Hausmeister, an alle die wir jetzt vergessen haben, kurz an jeden, der irgendwie im Hintergrund beteiligt ist damit das Selbstverständliche möglich wird.
Ein weiters Dankeschön an die Organistinnen, der Schola, der Blaskapelle. Die Kirchenmusik hat in Thundorf eine uralte Tradition. Für viele ist es selbstverständlich das während des Gottesdienstes die Orgel spielt. Es gibt aber schon viele Kirchen in denen das nicht mehr selbstverständlich ist, Organisten sind schon fast so rar wie Pfarrer!
Wenn besondere Festtage anstehen dann sorgt unsere Schola für den feierlichen Rahmen. Vielleicht wäre es ja in Zukunft sogar möglich den Kirchenchor wieder zu reaktivieren, wir sind schon von einigen interessierten Personen daraufhin angesprochen worden.
Dann noch unsere Blaskapelle die unermüdlich bei Wallgängen, Gottesdienste im Freien oder bei Hochfeste im Kirchenjahr Trompeten und Posaunen erschallen läßt.

WWW.Bistum-wuerzburg.de/pfarreien/thundorf/index.htm. So lautet die komplette Adresse mit der unsere Pfarreiengemeinschaft auf der ganzen Welt vertreten ist. Wir waren somit einer der zehn ersten Pfarreien der Diözese die im Internet vertreten waren. Unser Team für Öffentlichkeitsarbeit versucht so auch die Zukunftsmedien für ihre Sache zu nutzen. Öffentlichkeitsarbeit ist wichtiger denn je in dieser Medienwelt in der jeder Bereich unseres Lebens durch diese beeinflusst wird. So findet man u.a. den kompletten Terminkalender, aktuelle Informationen, eine Jugendseite und umfangreiche Informationen zu der Geschichte unserer Pfarrei.
Das Hauptstandbein der Öffentlichkeitsarbeit bleibt natürlich der Pfarrbrief. Insgesamt 220 Seiten wurden vom Pfarrbriefteam gestaltet und in die Druckerei geschickt. In fünf 24-seitigen und fünf 20-seitigen Ausgaben wurden auch schon einige Berichte und Ankündigungen verwendet die wir geliefert bekamen. An dieser Stelle noch mal der Appell: Wenn sie irgendetwas Interessantes für den Pfarrbrief haben, bitte rühren!
Ein kleiner Streifzug durch die Ausgaben vergangenen Jahres: Osterkerze-Basteln, Berichte aus Gruppen und Vereinen, wichtige Notizen, Pfarrfestwerbungen, Jugendseiten, Witze, Rumänienhilfsfahrt nach Arad, Kindergartenseiten.

Der Kindergarten war eines der wichtigsten Themen in diesem Jahr, das ja jetzt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde zu einem gutem Ende gekommen ist. Am Christkönigsfest haben wir den neuen Bewegungsraum des Kindergartens eingeweiht.

Zu guter letzt wollen wir natürlich uns selbst als Pfarrgemeinderat noch ein bißchen vorstellen. In sieben Sitzungen haben wir verschiedenste Themen behandelt wie: Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter, Kirchenrenovierung, Veranstaltungen im Kirchenjahr, Schaffung von Ausschüssen, Pfarrfest, Jugendarbeit usw. usw....

Im Berichtszeitraum sind zwei Pfarrgemeinderäte aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Herzlichen Dank für die geleistete Arbeit. Für anderen bietet sich jetzt die Gelegenheit ein bißchen zu schnuppern, da die halbe Wahlperiode schon vorbei ist suchen wir für die verbliebenen zwei Jahre Leute die wir nachberufen können. Jugend- und Familie wären die Sparten die verwaist sind. Also hinten anstellen und bitte nicht drängeln! Wir garantieren auch viel Spaß im Pfarrgemeinderat!

Viel Spaß hatten wir z.B. im Januar zusammen mit den 4 anderen Gemeinden bei unserem Pfarreiengemeinschaftspfarrgemeinderatswochendende. Natürlich nicht nur Spaß sondern auch Arbeit, aber die hat auch Spaß gemacht. Das Wochenende stand unter dem Motto:: „Wir sind hier um uns kennenzulernen, etwas zu bewegen, und etwas neues zu beginnen".

Thomas Bretscher (2. Vorsitzender PGR ) im Dezember 1999